SwissSkills – Strassenbau-Schweizermeister 2025

Blog  > SwissSkills – Strassenbau-Schweizermeister 2025

SwissSkills – Strassenbau-Schweizermeister 2025

 

Vom 17. bis 21. September 2025 fanden in Bern die vierten zentralen Berufsmeisterschaften statt. Es wurden rund 150 Berufe vorgestellt, in über 95 Berufsmeisterschaften konnten sich Lernende aus der ganzen Schweiz messen. Infra Suisse war 2025 wieder mit dabei zu sein und die Schweizermeisterschaften im Strassenbau auszutragen.

An den Strassenbau-Schweizermeisterschaften haben sechs Zweierteams, also insgesamt 12 Teilnehmende, um den Titel gekämpft. Für die Teams aus der Deutschschweiz und der italienischsprachigen Schweiz haben die Qualifikationswettkämpfe vom 7. bis 18. Oktober 2024 im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern stattgefunden. Während dieser beiden Wochen wurden vier der sechs Teams ausgewählt, die den Schweizer Strassenbau-Nachwuchs an den SwissSkills 2025 in Bern vertreten dürfen. Für die Westschweiz wurde ein separater Wettkampf durchgeführt. Acht junge Strassenbauer Teams aus der Romandie zeigten im Rahmen der Neuenburger Immobilienmesse ihr Können direkt vor den Augen der Öffentlichkeit. Aus der Romandie konnten sich zwei weitere Teams für die Schweizermeisterschaften qualifizieren.

Qualifikationswettkämpfe

Sechs herausragende Teams haben sich an den Qualifikationswettkämpfen durchsetzen können. Diese Teams bestanden aus engagierten Lernenden des EFZ Strassenbau und repräsentieren die Spitzenklasse des jungen Schweizer Nachwuchses in diesem Handwerk.

Leandro Schmutz und Marc Candoni von Marti AG Solothurn

 

Tony Cignola von Marcini e Marti SA und Gianluca Cortese von CPA SA

 

Noel Jordi und Joel Flückiger von der Gränicher AG

 

Nolan Langenegger und Arnaud Schwarz von Colas Suisse und G. Comte SA

 

 

Tony Gyger und Thobias Courbat von Gobat Génie civil SA und PMB Construction SA

 

 

Jan Kistler und Luca Brauchli von der Hagedorn AG

Weitere Informationen zu den Nachwuchstalenten, Experten und dem Wettkampf sind auf bauberufe.ch zu finden.

SwissSkills 2025

Fünf Tage lang herrschte auf dem Gelände der BERNEXPO Hochbetrieb. Überall war der Wille zu spüren, das Gelernte aufs Feld zu bringen und die Zuschauer und die Experten mit Präzision und Leidenschaft zu beeindrucken. Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen unter anderen die sechs Strassenbau-Zweierteams, die sich zuvor in harten Qualifikationen ihre Startplätze gesichert hatten.

Die Aufgabe war realitätsnah und anspruchsvoll: Innerhalb von vier Tagen musste jedes Team einen Teil eines Rollstuhl-Parcours erstellen – vom Unterbau über den Belag bis zu den Randabschlüssen. Dabei galt es nicht nur, handwerkliches Können zu zeigen, sondern auch Organisation, Arbeitssicherheit und Teamgeist unter Beweis zu stellen.

Dieser Parcours konnten die Besucherinnen und Besucher am Sonntag unter Anleitung von vier Paraplegikerinnen und Paraplegiker mit dem Rollstuhl befahren.

Nervenkitzel bis zum Schluss

Bereits am ersten Tag war die Konzentration spürbar. Präzise Vermessungen, sorgfältige Materialwahl und sauberes Arbeiten bestimmten den Rhythmus. Fehler durfte sich niemand erlauben, denn jedes Detail floss in die Bewertung ein.

Besonders am zweiten Tag, als die Teams den Belag einbauten, war die Spannung greifbar. Schaulustige drängten sich an den Absperrungen, um die jungen Strassenbauer bei der Arbeit zu beobachten. Viele Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt, wie viel Fachwissen und Kraft nötig ist, um scheinbar selbstverständliche Infrastrukturen entstehen zu lassen.

Die Experten zeigten sich beeindruckt von der Qualität aller Arbeiten. „Wir haben ein sehr hohes Niveau gesehen. Die jungen Strassenbauer haben bewiesen, dass unser Beruf Zukunft hat“, sagten die Experten beeindruckt.

Gewinner

Am Ende waren es die zwei jungen Berufsleute von der Marti Solothurn AG, Marc Candoni und Leandro Schmutz, die sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen konnten. Mit einer Mischung aus Präzision, Effizienz und perfekter Abstimmung überzeugten sie die Experten. Besonders hervorgehoben wurden ihre Genauigkeit, klare Arbeitsteilung und ihre Fähigkeit, auch unter Zeitdruck die Übersicht zu behalten.

Die Freude war ihnen ins Gesicht geschrieben, als sie realisierten, dass sie gewonnen haben und die Goldmedaille überreicht bekamen. «Man kann kaum beschreiben, was ich gefühlt habe, als wir unseren Namen als Sieger gehört haben» erzählt Marc nach der Siegerehrung.

Neben dem Siegerteam erreichten auch die weiteren Platzierten hervorragende Resultate, die teils nur durch wenige Punkte voneinander getrennt waren. Dies zeigt, wie ausgeglichen und stark das Teilnehmerfeld war.

1. Marc Candoni & Leandro Schmutz, Marti AG, Solothurn

2. Gianluca Cortese, CPA SA / Tony Cignola, Mancini e Marti SA

3.Luca Brauchli & Jan Kistler, Hagedorn AG

4. Arnaud Schwarz, Colas Suisse SA / Nolan Langenegger, G.Comte SA

5. Tony Gyger, Gobat Génie civil SA / Thobias Courbat, PMB Construction SA

6. Noel Jordi & Joel Flückiger, Gränicher AG

 

Erlebniswelt Bauberufe-Arena

Ein besonderer Publikumsmagnet war die Bauberufe-Arena in Zelthalle 18. Auf über 2200 m² präsentierten sich die Bauhauptberufe mit einer Mischung aus Wettbewerbsflächen, Informationsständen und Try-A-Skill-Stationen. Während die offiziellen Schweizermeisterschaften der Maurer, Strassenbauer und Steinmetze um die Titel kämpften, gaben Berufsverbände und Partner auf den Demoflächen spannende Einblicke in Themen wie Betonproduktion oder Pflästerarbeiten.

Herzstück war der Skillpark, in dem Besucherinnen und Besucher selbst Hand anlegen konnten. An vier Posten hiess es: Helm aufsetzen, Werkzeug greifen und ausprobieren! Ob BIM und Vermessung ausprobieren, Betongiessen, Pflastersteine versetzen, Bodenvorbereitungsarbeiten durchführen oder am Baggersimulator arbeiten – die Besuchenden konnten ihre Geschicklichkeit direkt unter Beweis stellen. Als zusätzliches Highlight sammelten sie dabei Punkte für einen Wettbewerb, bei dem attraktive Preise winkten.

 

Die Try-a-Skill-Area erwies sich damit als ideales Bindeglied zwischen Wettbewerb und Nachwuchsförderung: Sie machte die Bauwelt greifbar, weckte Neugier und hinterliess bei vielen Besuchenden den bleibenden Eindruck, dass ein Beruf im Bau sowohl spannend als auch zukunftsweisend ist.

Am Freitag sorgten die Sonderevents für besondere Stimmung: Über 200 Lernende aus dem Bauhauptgewerbe bildeten am Morgen eine lebendige Menschenkette vom Bahnhof Wankdorf bis zum Stadion und verteilten erfrischenden Alpenkräuter-Ice-Tea. Am Nachmittag folgte der traditionelle Branchen-Apéro, der Fachleute, Nachwuchskräfte und Gäste zusammenbrachte.

Ein Fest für die ganze Branche

Die SwissSkills waren für die Strassenbaubranche weit mehr als nur ein Wettbewerb. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild vom Beruf zu machen. Viele Jugendliche liessen sich inspirieren und konnten selbst Hand anlegen, was auf grosses Interesse stiess.

Für Infra Suisse und die Unternehmen war es ein eindrucksvolles Schaufenster der Leistungsfähigkeit. „Die SwissSkills sind mehr als ein Wettkampf: Sie sind ein Signal an die Öffentlichkeit, wie attraktiv und anspruchsvoll der Beruf Strassenbauer/in ist“, lautete das Fazit vieler Beteiligter.