Projektallianz

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Bauunternehmen, Planungsbüros und Bauherren leiden gleichermassen unter stetig steigendem Kosten- und Zeitdruck. Der Umgangston in der Branche ist rauer geworden. Mit Hilfe von Projektallianzen, einer neuen Art der Zusammenarbeit, könnte es möglich sein, wieder für mehr Vertrauen und Kooperation in der Bauwirtschaft zu sorgen. Infra Suisse will Projektallianzen in der Schweiz bekannt und beliebt machen. Momentan werden Modelle entwickelt und mögliche Projekte geprüft.

Was ist eine Projektallianz?

Eine Projektallianz eignet sich vor allem für Projekte mit einem grösseren Volumen und einer hohen Komplexität. Sie ist einfach gesagt eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE), der nicht nur Unternehmen, sondern auch Lieferanten, Planer und sogar der Bauherr angehört. Das Modell hat sich im Ausland bei komplexen Projekten bestens bewährt. In dieser Gemeinschaft verfolgen alle das gleiche Ziel: die beste Lösung für das Projekt. Entsprechend sind alle Partner gemeinsam und solidarisch für den Erfolg des Projektes verantwortlich. Das Vergütungssystem ist so ausgelegt, dass alle gewinnen oder aber alle verlieren. Ein Gewinn wird gemäss einem vor Projektbeginn definiertem Schlüssel unter den Mitgliedern der Projektallianz aufgeteilt. Werden die Mindestanforderungen nicht erreicht, so trägt jeder Bündnispartner einen ebenfalls vorab definierten Teil des Misserfolgs – auch der Bauherr. Werden die Zielvorgaben durch hervorragende Leistungen übertroffen, profitieren alle davon.

Wie wird eine Allianz gebildet?

Die Beschaffung erfolgt meist in einem mehrstufigen Einladungs- oder Präqualifikationsverfahren. Der Unternehmer bewirbt sich dabei zusammen mit einem Planer seiner Wahl für die Ausschreibung. In den folgenden Dialogrunden lösen die Anbietenden gemeinsam Probleme im Zusammenhang mit dem Projekt. Dabei können Kreativität, Lösungsfindung, Kommunikationskompetenz, Risikoverhalten und auch Kooperationsbereitschaft getestet werden. Die Allianzpartner halten vertraglich fest, wer was wann zu tun hat.

 

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