Reguliertes Glück

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Was sind wir doch für ein glückliches Volk! So durften wir kürzlich unsere Volksvertreter, die National- und Ständeräte, wählen. Das Wählen soll wissenschaftlicher Forschung zufolge glücklich machen. Das sagt nicht irgendwer, sondern Bruno S. Frey, seines Zeichens Ökonom und Glücksforscher an der Universität Basel. Er untersucht, was die Menschen glücklich macht, und berichtete vor kurzem im St. Galler Tagblatt über seine Erkenntnisse. Natürlich ist Geld ein wichtiger Glücksfaktor, aber eben nicht der einzige. Die Möglichkeit, selber entscheiden zu können, trägt wesentlich dazu bei, ob jemand glücklich ist. Das hätten seine Forschungen ergeben. Wer also die Wahl hat, hat also nicht nur die Qual, sondern auch das Glück!

Wir Schweizerinnen und Schweizer müssten demnach nach dem 18. Oktober ein Stückchen glücklicher sein. Nicht nur diejenigen knapp 48 Prozent, die dieses Herbst ihre Volksvertreter auch tatsächlich gewählt haben. Glücklich dürften auch die Nichtwähler sein, haben sich doch aus freien Stücken dafür entschieden, sich der Wahl zu enthalten.

Für die fast 4000 Kandidatinnen und Kandidaten, die um einen Sitz in der Grossen oder Kleinen Kammer kämpften, war der 18. Oktober in den allermeisten Fällen kein sonderlicher glücklicher Tag. Es gibt nun halt einfach bloss 246 Parlamentssitze in Bern. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn Wahlen sind nicht für die Kandidaten, sondern für die Wähler da. Wie glücklich und zufrieden die Infrastrukturbauer dem Wahlausgang sein dürfen, wird sich in den nächsten vier Jahren zeigen. Zu hoffen ist natürlich, dass sich das Parlament in seiner neuen Zusammensetzung zu pragmatischen Lösungen zusammenrauft.

Wenn die künftigen Parlamentarier tatsächlich etwas zum Glück in unserem Land beitragen wollen, müssen sie eine weitere Erkenntnis des Basler Glücksforschers beherzigen: Zu viel Regulierung macht unglücklich.

Wenn der Dschungel an Gesetzen, Verordnungen, Reglementen, Normen und Weisungen in der Branche etwas weniger würde, wäre sehr viel Glück geschaffen. Kaum jemand weiss das so gut wie der Unternehmer. Regeln sind wichtig, zu viele Regeln aber sind schädlich. Hoffen wir also, dass die neuen Parlamentarierinnen und Parlamentarier beim Gesetze machen nicht allzu produktiv sind.

Auskünfte

Matthias Forster
Geschäftsführer
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