Viele Kantone vernachlässigen Werterhalt ihrer Strassen

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Knapp die Hälfte der Kantone investiert zu wenig, um den Wert ihre Strasseninfrastrukturen langfristig und kosteneffizient zu erhalten. Aktuell sind rund 13% der Kantonsstrassen in einem ungenügenden Zustand und müssten dringend saniert werden. Das zeigt eine Erhebung von Infra Suisse.

Die Schweizer Kantonsstrassen sind in den meisten Fällen von guter Qualität. Und trotzdem: Rund 10% sind zurzeit in einem kritischen und weitere 3% gar in einem schlechten Zustand. Damit besteht bei 2300 Kilometern des Kantonsstrassennetzes dringender Sanierungsbedarf. Bei 22% oder 3800 Kilometer sind momentan von ausreichender Qualität. Eine Sanierung ist dort erst mittelfristig notwendig. Gross sind dabei die kantonalen Unterschiede. Während gewisse Kantone gemäss eigenen Angaben über keine Strassen in einem ungenügenden Zustand verfügen, sind es bei anderen gegen 40%. Negativ fallen dabei besonders die Kantone Obwalden, Aargau, Wallis, Neuenburg, Tessin und Uri auf.

Sparen beim Werterhalt kommt Kantone teuer zu stehen

Auffallend gross sind die Unterschiede zwischen den Kantonen auch bezüglich ihrer jährlichen Aufwendungen für den Werterhalt der Kantonsstrassen. Mit objektiven Kriterien wie geographische Lage oder Verkehrsbelastung lassen sich diese nur ungenügend erklären. Besonders hoch sind die Aufwendungen pro Kilometer Kantonsstrasse in den Kantonen Schwyz und Zug, besonders tief hingegen in den Kantonen Obwalden, Neuenburg, Waadt und Jura.

Festgestellt werden muss, dass 12 von 26 Kantonen zu wenig in den Werterhalt ihrer Strasseninfrastrukturen investieren. Werden notwendige Sanierungen nicht oder verzögert vorgenommen, besteht die Gefahr, dass sich Oberflächenschäden negativ auf die Tragfähigkeit der Strasse auswirkt. Eine zu späte Wiederinstandsetzung kommt den Kanton demzufolge deutlich teurer zu stehen. Für einen nachhaltigen und kostengünstigen Werterhalt empfehlen Fachleute nämlich je nach Belastung jährliche Investitionen von 1.8 bis 2.6% des Wiederbeschaffungswertes.

Kantonsstrassen: wichtig und wertvoll

Insgesamt werden in der Schweiz jedes Jahr rund 1 Milliarde Franken in den baulichen Unterhalt sowie in Verbesserungen und dem Ausbau von Kantonsstrassen investiert. Damit wird neben dem Werterhalt auch die Verkehrssicherheit und der Fahrkomfort gewährleistet oder Emissionswerte tief gehalten.

Kantonsstrassen erfüllen im Schweizer Verkehrssystem wichtige Funktionen. Sie verbinden Ortschaften miteinander, transportieren den überregionalen Durchgangsverkehr und stellen die Verbindung zum Nationalstrassennetz sicher. Mit über 17’000 Kilometern machen Sie rund einen Viertel des gesamten Strassennetzes aus. Ihr Wiederbeschaffungswert beträgt knapp 60 Milliarden Franken.

Infra Suisse ist die Branchenorganisation der Schweizer Bauunternehmen, die im Infrastrukturbau tätig sind. Die Studie zum Zustand der Kantonsstrassen stützt sich auf eine Befragung bei den kantonalen Tiefbauämtern sowie den Erhebungen des Bundesamtes für Statistik.

Auskünfte

Matthias Forster
Geschäftsführer
044 258 84 92
078 753 39 53
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