Digitalisierung verlangt engere Zusammenarbeit

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Die Digitalisierung wird den Schweizer Infrastrukturbau massgeblich verändern. Doch wie lässt sich die Digitalisierung für den Infrastrukturbau nutzbringend einsetzen? An der Journée Infra, welche im Swiss Tech Convention Center der EPF Lausanne stattfand, zeigten die Referenten, die Möglichkeiten der Digitalisierung im Infrastrukturbau auf.

Neue Entwicklungen sorgen häufig für Unbehagen. Mit der Digitalisierung in der Baubranche oder dem Business Information Modelling (BIM) ist das nicht anders. Dabei ist BIM nicht vielmehr als die Verbindung dessen, was schon heute im Baugewerbe zum Einsatz kommt: Die Modellierung von 3D-Objekten über Zeit-, Kosten- und Informationsplanung bis hin zu Umwelt- und Sicherheitsaspekten. Dank des Datenaustauschs können nicht nur Fehler reduziert, sondern auch Zeit und Kosten eingespart werden.

«Damit die Integration von BIM im Unternehmen gelingt, muss sie vom Management gewollt sein und gefördert werden», erklärte Yvan Personnic, Consultant und Präsident von So.build den 250 Teilnehmenden an der Journée Infra. BIM biete dann viele Vorteile, welche zur Verbesserung von Projektergebnissen bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung beitragen könne, so Personnic. BIM ermögliche nachweislich kürzere Fristen und Produktivitätssteigerungen.

Tiefbau für BIM prädestiniert
Aufgrund der Verknappung an Bauland und der Verdichtung von Städten biete BIM gerade für den Tiefbau viele Möglichkeiten. «Die Stärke von BIM besteht darin, dass es sämtliche zur Planung, Simulation, Konstruktion und Unterhalt von Bauwerken erforderlichen Daten in einem digitalen Modell zusammenfasst», erklärte Prof. Dr. Bernd Domer, Leiter des Instituts inPACT der Genfer Fachhochschule HEPIA. Die nächste Herausforderung liege gemäss Domer nun darin, die heute eingesetzten Systeme in der Baubranche mit BIM zusammenzuführen. Eine einfache CAD-Zeichnung beispielsweise genüge nicht mehr. «Um ein funktionierendes BIM-Modell zu entwickeln, benötigt man eine Software, welche den Bedürfnissen von Infrastrukturen und des Infrastrukturbaus entsprechen», führte Jérôme Tognini, Bauingenieur und Geschäftsführer von Geomensura SA, aus.

Pierre Benning, stellvertretender Direktor der Abteilung Informatik und Technik bei Bouygues Travaux Publics, zeigte am Beispiel der A507 (Rocade L2) in Marseille, wie BIM aktuell im Infrastrukturbau eingesetzt wird. Ausschlaggebend für den Erfolg des Projektes war unter anderem der Datenaustausch zwischen allen Projektbeteiligten. Dank der Simulation bestimmter Bauphasen sei es zudem gelungen, für einen reibungslosen Ablauf während der Bauarbeiten zu sorgen. «Konzeptionelle Unstimmigkeiten oder auch falsche Angaben konnten dank BIM bereits im Frühstadium des Projektes erkannt werden», berichtete Benning.

Schweizer Präzision für ein gigantisches Bauwerk
Die Tagung schloss mit der Präsentation eines Grossprojektes, das Schweizer Ingenieure im Ausland realisiert haben: die «Yavuz Sultan Selim»-Brücke, die dritte Brücke über den Bosporus. Thierry Delémont, Verwaltungsratsmitglied von T-Engineering in Genf, berichtete von den Bauarbeiten in der Türkei. Die Hängebrücke mit achtspuriger Strassen-und einer Schienenfahrbahn wurde nach einer relativ kurzen Projektierungsphase von sechs Monaten in nur 36 Monaten realisiert.

Die Journée Infra
Die Bauunternehmen müssen die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen und deren Entwicklung aktiv mitgestalten, meinten in ihren Eröffnungsreden Urs Hany, Präsident von Infra Suisse, und Blaise Clerc, Vertreter von Infra Suisse in der Romandie. Die Journée Infra ist das wichtigste Branchentreffen des Schweizer Infrastrukturbaus in der Westschweiz, wo sich jedes Jahr Politiker, Bauherren, Planer und Bauunternehmer über aktuelle infrastruktur- und verkehrspolitische Themen austauschen. Die Journée Infra 2018 stand unter dem Titel «BIM und der Infrastrukturbau». Behandelt wurden die unterschiedlichsten Aspekte der Digitalisierung im Infrastrukturbau auf. Die Infra-Tagung in der Deutschschweiz findet jeweils Ende Januar in Luzern statt.

Auskünfte

Matthias Forster
Geschäftsführer
044 258 84 92
078 753 39 53
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